Erbengemeinschaft

Das Testament - wenn es um hohe Werte geht

Immobilien gehören zu einer der gefragtesten Wertanlagen. Daher ist es keine Überraschung, dass Häuser, Wohnungen und Grundstücke oft zum Nachlass des Verstorbenen gehören. Damit nach dem Tode alles reibungslos ablaufen kann, raten Experten, sich schon frühzeitig zu überlegen, wem Sie die Immobilie vererben möchten. Dabei ist es wichtig sich über das Erbrecht zu informieren und je nach persönlichem Wunsch und Familienkonstellation ein Testament zu erstellen.

Was sollten Sie über die Erbengemeinschaft wissen

Eine Erbengemeinschaft ist nach deutschem Recht eine Mehrheit von Erben, die ein Erblasser hinterlässt. Der Nachlass wird ihr gemeinschaftliches Vermögen (§ 2032 BGB). Die einzelnen Personen werden als Miterben bezeichnet, im Unterschied zum Allein-, Gesamt- oder Universalerben.

Aufgrund des gesetzlichen Pflichtanteils oder anderweitigen Nachlassregelungen können diese erbberechtigt sein.
Das Nachlassgericht regelt, welchem Erbe welchen Teil der Hinterlassenschaft ihm zusteht.

Sehr hilfreich ist, wenn der Erblasser sich bereits zu Lebzeiten mit dem Thema Erbfolge auseinandersetzt hat; noch besser, wenn die Güter bereits zu Lebzeiten auf die Begünstigten überschrieben wurden. Leider kommt das zweitgenannte eher selten vor.

Um dennoch Konflikte zu vermeiden ist es anzuraten in Form eines Testaments präzise die Überlassung von Gütern festzuhalten.
Das betrifft vorrangig Immobilien, da diese meist einen erheblichen Wert des Erbes darstellen.

Im Testament werden also genau die Vermögenswerte aufgeführt, die nach dem Ableben des Erblassers in den Besitz des jeweiligen Erben einschließlich der Bedinungen übergehen werden sollen.

Der letzte Wille kann in drei rechtliche Kategorien unterteilt werden. Unterschieden wird dabei zwischen:

  • der Erbeinsetzung,
  • dem Vermächtnis und
  • der Auflage.

Für die Umsetzung des letzten Willens kann der Erblasser ein Testamentsvollstrecker beauftragen.

Auch wenn mehrere Personen an einem Erbe beteiligt sind kommt man um den Einsatz eines Erbscheines nicht herum. Dieser belegt für jeden Erben den Teil des Nachlasses, der ihm zusteht und kann beim zuständigen Nachlassgericht beantragt werden. Sind mehrere Erben vorgesehen, können zwei unterschiedliche Arten des Erbscheines ausgestellt werden.

  1. Der gemeinschaftliche Erbschein
    Auf diesem Erbschein sind alle Miterben und der ihnen angedachte Anteil der Erbmasse vermerkt. Dieser kann nur von allen Erben gemeinsam beantragt werden.
  2. Der Teilerbschein
    Jeder Erbe hat die Möglichkeit sich einen Teilerbschein ausstellen zu lassen, der festhält, welcher Anteil des Erbes ihm zusteht. Diesen Erbschein kann jeder Erbe eigenständig beantragen.

Der Besitz eines Erbscheins alleine macht den Besitzer jedoch noch nicht automatisch zum Erben. Wenn der Schein der inhaltlichen Prüfung nicht standhält oder fehlerhaft ist, kann er vom zuständigen Nachlassgericht einbehalten werden. Die gesetzlichen Erben sind natürlich vor dieser Regelung geschützt. Stellt sich der Schein eines nicht gesetzlichen Erben als fehlerhaft heraus, bekommen die rechtmäßigen Erben entsprechende Ansprüche auf den fälschlich vererbten Nachlass.

Rat von Experten

Niemand kann Sie dazu zwingen Ihr Erbe anzutreten. Jeder Erbe hat die Möglichkeit ein Erbe auszuschlagen. In diesem Fall erhalten Sie, sofern Sie dafür berechtigt sind, lediglich Ihren Pflichtanteil. Dieser Pflichtanteil liegt, je nach Konstellation der Erbengemeinschaft, in der Regel zwischen 25 % bzw. 50 %. Falls Sie Ihr Erbe nicht antreten wollen, müssen Sie das zeitnah anzeigen. Bis zu sechs Wochen nachdem Sie erfahren haben, dass Sie als Erbe vorgesehen sind, haben Sie Zeit, um beim zuständigen Nachlassgericht schriftlich zu erklären, dass Sie Ihr Erbe ausschlagen möchten.

Sie wissen nicht, wie Sie mit Ihrem Immobilienerbe umgehen sollen? Wir beraten Sie gerne und zeigen Ihnen auf, welche Möglichkeiten und Rechte Sie in Bezug auf Ihr Erbe haben.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.